Seit Berlusconi ist die Mode bunt oder warum Madonna den Abwasch selbst macht…

Madonna macht den AbwaschMadonna pellt sich ihr Ei Zurück aus Mailand, der Stadt der Mode, ist es Zeit, die Impressionen beim Durchstreifen der Straßen, Cafés, Flagshipstores von Versace, Gucci, Prada und 10 Corso Como sowie der Boutiquen, Galerien und Buchhandlungen zu skizzieren. Klar, das kann, wenn man nur drei Tage Zeit dafür hat, auch nur fragmentarisch sein.

Bereits am Flughafen wird klar, dass in Milano mit Mode das Geld verdient wird. Meterhohe und ebenso lange Werbetafeln siganlisieren die neuesten Einfälle der Modeindustrie. Und ein entsprechend kulturell-ideologisches Bild. Zunächst der Frau. Bei Dolce & Gabbana wird Madonna in Szene gesetzt. Als typisch italienische Frau, Madonnagleich. Blond, nicht zu vulgär, aber mit erotischem Antlitz und entsprechendem Dekolleté mit dem christlichen Kreuz zwischen ihren Brüsten, macht sie sich in Dessous an den heimischen Abwasch bzw. pellt sich ihr Ei vor einem Weinglas sitzend.

In Milano wird noch nicht einmal der Versuch gemacht, die Frau aus der Rolle der Frau herauszuholen. Die Frau am Herd und an der Spüle. Als ob Madonna im wahren Leben sich so verhalten würde…. Von dem Versuch auch nur irgendetwas Authentisches abzubilden, keine Spur.

Ein kleiner Exkurs muss hier erlaubt sein. Wären diese Fotos in Paris aufgenommen bzw. würde sich die Werbung an die französische Klientel wenden, wären Bezugspunkte, wenn auch nur im Dekorativen, auf das Cafe de Flore, Sartre und Beauvoir selbstverständlich. Es kann aber sein, und das wäre zu prüfen, dass im Kontext von Sarkozy sich auch dieses Klischee als nicht mehr up to date erweist. Aber im Italien von Berlusconi ist selbst jeder noch so kleine Aspekt, der der Frau auch nur einen Hauch von selbstständigem Denken zubilligt, überflüssig.

Der beschriebene Aspekt des Modischen ist hier auch Spiegel der Entwicklung der italienischen Gesellschaft, insbesondere im Norden des Landes. Hier wo das Berlusconi-Lager in der Zusammenarbeit mit der rechten separatistischen Lega Nord die Politik der sauberen Stadt realisiert. Der Charme der lebendigen Stadt, eines leicht diffusen Stadtraums, welchen wir aus unserer Erinnerung mit Italien verbinden, scheint in einer Säuberungsaktion mit hinweg gefegt…


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